Laguiole Messer

Erstellt am 29. November 2014

Kategorie: Messer

Zuletzt bearbeitet 17. September 2015

Ausdrucken

rate 1 star rate 2 star rate 3 star rate 4 star rate 5 star
Bewertung: none, Average: 4.5 (2 votes)

Dieser Artikel wurde bereits 2148 Mal gelesen.

Laguiole Messer

Beim Laguiole Messer handelt es sich um ein französisches Klappmesser, das ein besonderes Design aufweist und schon seit Jahrhunderten in Gebrauch ist. Manchmal findet sich sogar die Bezeichnung „Rolls Royce“ unter den Taschenmessern, wodurch auf seine edle Gestaltung, zugleich aber auch auf seine Robustheit und vielseitige Variabilität angespielt werden soll. Die Liebe zum Detail und eine hohe Schmiedekunst zeichnen das Messer aus, wobei sich heute auch überall billige Imitate finden, die in puncto Qualität und Ausstattung keineswegs mit dem Original mithalten können.

Kaufempfehlung für hochwertige Laguiole Messer von MesserWiki.de

Geschichte & Herkunft

Als traditionelles, mit einer seit 1829 nachweisbaren Geschichte ausgestattetes Schneidwerkzeug ist das Laguiole Messer geradezu ein Klassiker und für viele Fachleute mit Sicherheit eines der edelsten Werkzeuge überhaupt. Im genannten Jahr erfand der Schmied Pierre-Jean Calmels das besondere Design und er setzte dabei auf die Fixierung der Klinge durch ein speziell gearbeitetes Ressort. Klappmesser waren bis dato zumindest in Europa unbekannt und so ging das Laguiole Messer schnell als echte Neuerung und innovative Variante durch und wurde sehr beliebt. In kurzer Zeit kopierten viele Schmiede in Frankreich das Verfahren Calmels´ und im Ausland setzte es sich sogar als eine Art Erkennungsmarke zwischen Emigranten durch. Höhere Kreise zeigten sich gleichfalls begeistert, verfügten aber für die Fertigung gleich noch den Einsatz von besseren Materialien oder auch Verzierungen für das Messer.

Aussehen & Haptik

Laguiole MesserBis zur Erfindung des Laguiole Messer wurden die gängigen Schneidwerkzeuge aufwendig mit einem Dorn oder auch mit einer Schablone fixiert werden. Der Einsatz einer Feder erlaubt nun eine sehr flexible Handhabung, das Messer ist sofort einsatzbereit und ist gerade im Outdoor – Bereich eine große Hilfe.
In der Gestaltung ist das Laguiole Messer eindrucksvoll gearbeitet. Die Griffschalen sind in ganz unterschiedlichem Material erhältlich, darunter etwa Buchsbaum, Knochen oder Elfenbein. Der Rücken des Messers ist in der Regel verziert und das fast immer mit einer nachgebildeten Biene oder auch einer Fliege. Auch Muscheln oder Stierköpfe sind in Gebrauch. Gleichzeitig werden auch der eigentliche Federrücken und die Klinge verziert und besonders sehr edle (und damit teure) Modelle setzen hier auf sehr hohe, maßgeschneiderte Schmiedekunst. Aus diesem Grund unterscheiden sich Laguiole Messer auch immer voneinander, obwohl sie von den Grundzügen her zugleich immer auch eine frappierende Ähnlichkeit aufweisen. Manche Schmieden fügen zudem ein persönliches Logo hinzu, was dann unter Kennern als besonderer Ausweis von Qualität gilt.

Einsatzgebiete & Verwendung

Das Messer ist prinzipiell sehr vielseitig verwendbar. Landwirte, die stets eine griffbereite Klinge haben müssen, nutzen es sehr gern, aber auch bei der Schlachtung oder der simplen Nahrungszubereitung findet es Verwendung. Als ursprünglich für den Bauern und Hirten erfundenes Schneidwerkzeug kann das Laguiole Messer diese Herkunft nie ganz verleugnen und bleibt trotz des häufigen Einsatzes bei Tisch in erster Linie immer ein sehr praktisches Werkzeug für die Tasche und damit für unterwegs.
Oft ist es zudem als Sammelobjekt im Umlauf oder auch als Geschenk und in manchem Lokal kann es passieren, dass der kulturbewußte Kellner ein solches Werkzeug zum Öffnen einer Weinflasche gebraucht, was dann als Ausdruck von Stil und Geschmack zu gelten hat.

Besonderheiten

Die Fertigung eines Laguiole Messers erfordert sehr viele Arbeitsschritte und so ist dieses Messer keineswegs ein billiges Schneidwerkzeug für zwischendurch. Es gibt Sammler, die alte und sehr edel gearbeitete Modelle zu Höchstpreisen erwerben und die große Variabilität tut ihr Übriges. Am Heft werden recht häufig Nägel in Form eines Kreuzes eingearbeitet und früher stachen die Bauern auf dem Feld das Messer einfach in die Erde und hielten ihr Gebet davor ab. Es gibt zudem unterschiedlichen Stahl für die Klinge, der in jedem einzelnen Fall auch eine besondere Pflege erfordert.

Laguiole Messer richtig pflegen: Schärfen und Schleifen

Bei der Pflege des Laguiole Messers ist neben einer sorgfältigen Behandlung des Griffs vor allem auf das Material der Klinge zu achten. So erfordert Karbonstahl die Vermeidung von Flüssigkeiten, da die Patina sonst zu Rostbildung führen kann. Am besten eignen sich ein wenig feuchter Lappen und die anschließende intensive Trocknung mit einem Tuch. Darüber hinaus bietet der Fachhandel auch spezielle Lösungen zur Reduzierung der Patina.

Rostfreier Stahl ist einfacher zu behandeln, wobei man kein Schwamm für Töpfe verwenden sollte. Eine Damastklinge ist demgegenüber nach jedem Gebrauch zu reinigen und man erhält durch gelegentliches Einfetten auch die eindrucksvollen Kontraste.

Detailtabelle

Name: Laguiole Messer
Auch bekannt als: französisches Taschenmesser
Kategorie: Allzweckmesser, Klappmesser
Material: unterschiedliche Griffe und Klingen im Gebrauch, vor allem Schweden – und Damaststahl
Klingenlänge ca.: 11 Zentimeter
Gewicht ca.: 50 – 150 Gramm
Einsatzgebiet: Keinen besonderen Fokus, sehr vielseitig in Gebrauch
Besonderheiten / Tipps: auch als Sammlerobjekt begehrt
Preiskategorie: €€€€€
Produkte: Anzeigen