Wurfmesser

Erstellt am 5. Januar 2015

Kategorie: Messer

Zuletzt bearbeitet 17. September 2015

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Wurfmesser

Beim Wurfmesser handelt es sich in erster Linie um ein als zu werfende Waffe konzipiertes Werkzeug, das eine besondere Formgebung und eine exakte Verteilung im Gewicht aufweist. Es dient dem gezielten Werfen und unterliegt in vielen Ländern bestimmten Vorschriften, wobei es vor allem im Sport und bei der Jagd zur Anwendung kommt. Während die Klinge kaum geschärft wird, ist die Physik des Schwerpunkts und des Messergriffs eine kleine Wissenschaft für sich und erfordert sowohl in der Herstellung wie in der Verwendung selbst einiges an Übung.

Geschichte & Herkunft

Über die Geschichte des Wurfmessers ist nicht viel bekannt. Es ist jedoch davon auszugehen, dass die Anwendung von Messern zum Erlegen von Zielen durch einen Wurf schon sehr alt ist und dabei nicht nur im Krieg oder in der gewalttätigen Auseinandersetzung zwischen Menschen eine Rolle spielte. Vielmehr ist es gerade bei der Jagd und nachweislich auch im sportlichen Vergleich sehr beliebt und schon im Altertum war Messerwerfen ein beliebter Zeitvertreib, auch wenn es nach den barbarischen Sitten dieser Zeit oft genug zur Quälerei etwa von Gefangenen verwendet wurde. Während heutzutage das Messerwerfen vor allem beim Sport zu sehen ist, ansonsten aber nur wenig beobachtet werden kann, war es in den vergangenen Jahrhunderten geradezu eine grundlegende Fertigkeit, die zumindest jeder Mann beherrschen sollte.

Aussehen & Haptik

WurfmesserIm Mittelpunkt bei der Fertigung des Wurfmessers steht dessen Gewicht. Dieses darf weder zu leicht noch zu schwer ausfallen und so eignen sich für das Erlernen des Werfens Messer mit einem Gewicht von 200 Gramm besonders gut. Sind die zu überbrückenden Entfernungen größer als 5 Meter, sollte das Wurfmesser auch ein wenig schwerer ausfallen, was in der Anwendung dann durchaus einiges an Übung und auch an Kraft in Muskeln und Gelenken erfordert. Ein schweres Messer ist im Flug immer stabiler als ein leichtes, allerdings braucht es einen höheren Aufwand an Kraft, um die Präzision wahren zu können.
Der Schwerpunkt sollte in der Mitte des Wurfmessers liegen. Es gibt auch vorderlastige Messer und wer ein solches verwenden möchte, sollte es stets am leichteren Ende anfassen. Herausfinden lässt sich der Schwerpunkt, indem man das Messer auf dem ausgestreckten Finger balanciert bis es nicht mehr zur Seite hin wegkippt.

Die Klinge

Bei der Klinge selbst ist die Schärfe unerheblich. Zum einen wird die Beute durch den gezielten Wurf erlegt, zum anderen wäre eine scharfe Klinge beim Zurückprallen gefährlich. Die Spitze der Klinge läuft bei einem guten Wurfmesser flach und schmal zu, während dicke, breite Modelle kaum in Gebrauch sind. Allerdings ist eine sehr spitze Klinge wie bei den Messern, die bei Artisten beliebt sind, ziemlich kompliziert und bricht leicht ab.

Mit oder ohne Griff

Es gibt Wurfmesser mit oder ohne Griff. In der Regel wird der Griff sehr beansprucht und muss schnell ausgetauscht werden, wobei allerdings ein Holzgriff auf der anderen Seite auch sehr gut in der Hand liegt und den Wurf erleichtern kann. Sollte der Griff rutschig sein, kann man sich mit ein wenig Isolierband behelfen, das macht die Grifffläche fester und einfacher in der Handhabung.

Einsatzgebiete & Verwendung

Neben den bereits erwähnten Anwendungen in der Geschichte findet sich das Wurfmesser heute vor allem beim Sport und im Zirkus. Tricks mit Messer sind in der Manege sehr beliebt und werden von den Zuschauern mit Spannung verfolgt, während der auf dieser Weise ausgeübte Sport eher ein Dasein am Rand der Öffentlichkeit fristet. Das mag mit dem (konstruierten) Ruf des Messers zusammenhängen, denn oftmals sind Wurfmesser im Film als Werkzeuge von Kriminellen zu sehen und so gilt es eben vielen Leuten als nicht sonderlich attraktiv.
Zum Schneiden ist es aufgrund der wenig scharfen Klinge kaum geeignet, wobei sich natürlich im Outdoor – Bereich auch eine Menge an Gelegenheiten ergeben, bei denen das Wurfmesser eine praktische Hilfe sein kann.

Besonderheiten

Wurfmesser verfügen über spezielles Material und werden den spezifischen Anforderungen angepasst. Das Material muss sehr flexibel sein und sollte keinesfalls brechen, nur weil die anvisierten Ziele etwa zu hart ausfallen! Aus diesem Grund hat sich der biegsame Federstahl bewährt.
Beim Sport kommen stumpfe, bei der Jagd hingegen scharfe Klingen zum Einsatz. Der Schwerpunkt findet sich hier fast immer in der Mitte des Wurfmessers, schließlich sollen ungleichmäßige Eigenschaften beim Flug vollständig ausgeschlossen werden. Profis verwenden grundsätzlich keine Messer mit einem geringeren Gewicht als 200 Gramm, weil sich diese kaum kontrollieren lassen und gerade in Amerika finden sich sehr scharfe und vor allem schwere Messer im Gebrauch. Oft liegt deren Schwerpunkt im vorderen Teil des Messer, was Übung und Training für die Anwendung erforderlich macht.

Wurfmesser Schärfen, Pflegen und Schleifen

In erster Linie sollte das Wurfmesser sauber gehalten werden. Eine gründliche Reinigung mit dem Lappen ist sinnvoll und auch das Abtrocknen und die sichere, trockene Aufbewahrung sind selbstverständlich. Das schützt effektiv vor Rost und nachhaltiger Verunreinigung. Einölen bietet weiteren Schutz und die Pflege wird noch einmal entscheidend verbessert.
Ist ein Nachschliff erforderlich oder liegt eine durch das Werfen entstandene Delle vor, so empfiehlt sich der Einsatz einer Feile. Der Vorteil ist hierbei, dass der Messer nicht scharf sein muss und man es deshalb problemlos zwischen den Schraubstock spannen und bearbeiten kann. Ist das Messer verbogen, wird es auf zwei Steine gelegt und mit dem bloßen Körpergewicht wieder gerade gebogen.

Detailtabelle

Name: Wurfmesser
Auch bekannt als: Sportmesser
Kategorie: Sport- und Jagdmesser
Material: Edelstahl, verschiedene (nicht rostfreie) Stahl – Legierungen, Federstahl
Klingenlänge ca.: Gesamtlänge des Messer ab 20 Zentimeter
Gewicht ca.: nicht weniger als 200 Gramm
Einsatzgebiet: Sport, Jagd
Besonderheiten / Tipps: Vor der Anwendung muss der Schwerpunkt herausgefunden werden. Ein gründliches Üben des Werfens ist unerlässlich.
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